Kultur machen.

Janning Trumann ist Kulturmacher, Ideenfinder, Multiplikator und Visionär. Fest verwurzelt in der Kölner Szene, entwickelt und realisiert der 30jährige innovative Kulturprojekte in der Metropole am Rhein und darüber hinaus. Durch sein vielfältiges kulturpolitisches Engagement gestaltet er seit einigen Jahren aktiv das Bild der Musikstadt Köln.
„Es wäre mir zu langweilig, wenn es sich bei allem, was ich mache, nur um mich dreht. Die Kölner Szene hat mir viel gegeben, weshalb ich ihr etwas zurückgeben will“, so Trumann, kürzlich in einem Interview. „Schon immer ist es mein Anliegen, etwas Großes als Ganzes voranzubringen. Und für mich ist der Entwicklungsprozess, den die Kölner Szene in den vergangenen Jahren durchlaufen ist, unglaublich spannend und inspirierend.“
Der Wunsch, seine Lebens- und Arbeitsbedingungen kulturpolitisch mitzugestalten, ist so etwas wie eine seiner Charaktereigenschaften. Als Vorstand der politischen Interessenvertretung „Kölner Jazzkonferenz“, initiierte er das globale Portal „Jazzstadt Köln“, um gleichermaßen ein Schlaglicht auf die Historie wie auf die Kreativität und Vitalität der deutschen Jazzhauptstadt zu werfen.
Darüber hinaus ist Janning Trumann künstlerischer Geschäftsführer Cologne Jazzweek, die im Spätsommer 2021 als internationales Festival ihre Premiere feiert. Ausgestattet mit einem sechsstelligen Etat, hat der Kölner Kulturmacher hier seine ganz eigene Vision umgesetzt, die lokale Szene auf Augenhöhe mit den nationalen und internationalen Größen im Jazz zu bringen.

Der Spieler

„Improvisation bedeutet für mich eben nicht nur, frei zu sein“, so der 1990 in der Lüneburger Heide geborene Posaunist, Komponist und Bandleader Janning Trumann, „sondern auch, sich in einem spezifischen Umfeld zu positionieren, das immer wieder neu definiert wird –abhängig davon, mit welcher Band man zum Beispiel spielt, oder von der Erfahrung, die man während der Improvisation mit der Komposition macht.“
 
Dass Improvisation und Komposition keine Gegensätze sind, ist eine Vorstellung, die Trumann unter anderem von seinem Posaunen-Professor Henning Berg mitgenommen hat, bei dem er ab 2010 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln studierte. Beide Komponenten bedingen einander: Ein Stück notierte Musik setzt in Trumanns modern-zeitgenössischen Jazz einen fixen Rahmen, der dann durch das freie Spiel der improvisatorischen Kräfte der Musiker/-innen immer wieder verschoben wird und andere Aufhängungs- und Anknüpfungspunkte bekommt, um gemeinsam am Schluss ein neues Stück Musik erschaffen zu haben.
 
Schon in seinen ersten Jahren nach seinem Umzug von Hamburg, wo ihn unter anderem Nils Landgren unterrichtet hatte, nach Köln 2010 experimentierte Trumann mit diesem Konzept. Gleichsam wie ein Labor war ihm seine Band MAKKRO, mit der er zum ersten Mal in der Kölner Szene aufhorchen ließ. Dafür vergrößerte er seine Versuchsanordnung aus Improvisation und Komposition durch die mit zweimal Schlagzeug und Bass plus Piano und Posaune nicht alltägliche Sextett- bzw. Doppel-Trio-Besetzung und eröffnete somit seiner Jazzmusik eine weitere Definitionsebene.
 
Anders ist es bei dem mit dem Saxofonisten Fabian Willmann, dem Bassisten Florian Herzog, der Schlagzeugerin Eva Klesse und ihm als Posaunisten kooperativ geleiteten Quartett Trillmann, das gewissermaßen auch als ästhetischer Reflex auf die gemeinsame Zeit in New York der vier zu verstehen ist. Im Zusammenspiel reduzieren sie einerseits ihren Modern Jazz mit skizzenhaft-kurzen Themen auf das Wesentliche, andererseits erden sie sich mit ihren zwischen Post-Bop und freitonaler Improvisationsmusik changierenden Chorussen im US-Jazz ebenso wie in der Musikkultur Europas. Oder das Schlagzeug-lose Oktett, mit dem Trumann seine Komposition „Wem Zeit wie Ewigkeit“ aufgeführt und er das Chorisch-Filigrane von fünf Bläserstimmen in die stürmische Klangwucht der Kirchenorgel verwoben hat, um ein Stück zeitgenössischer Sakralmusik zu haben.
 
Zu guter Letzt ist Trumann beim Quartett gelandet. All die Erfahrungen, die der Posaunist als Sideman undLeader eigener Bands gemacht hat, fließen in diese „klassische“ Jazz-Besetzung aus Bass, Schlagzeug, Piano plus Soloinstrument. Sein spielerisch-intuitiver Umgang mit Improvisation und Komposition, sein „Eingebunden sein“ in verschiedene Traditionen im Jazz US-amerikanischer und europäischer Prägung oder die gleichsam ästhetisch-stilistische Beschränkung durch spezifische Besetzungsgrößen ermöglichen es ihm, sich als individuell spielende wie im kollektiven Miteinander agierende Künstlerpersönlichkeit zu begreifen.
 
Irgendwie logisch, dass der Musiker Anfang 2018 seine eigene Plattenfirma Tangible Music (auf Deutsch: „greifbar, handfest, konkret“) gründet. Sein Label ist aber nicht nur Heimstatt für die eigenen Alben. Vielmehr ist es auch Plattform für die junge, kreative Szene in Köln an deren Wahrnehmung der Posaunist als Aktivposten großen Anteil hat. Mit Tangible Music schließt sich auch der Kreis zum Kulturpolitiker Janning Trumann, dessen Wirkmacht als Individuum umso deutlicher wird, desto enger er in eine Gemeinschaft eingebunden ist.
 

 


 Janning Trumann
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